Sommer in Norddeich = Sand im Schuh!

Einen besseren Zeitpunkt hätte man sich gar nicht aussuchen können, um einmal an der Nordsee am Strand zu liegen. Der Wetterbericht sagte schon tagelang weit über 30 Grad für das Wochenende voraus. Was liegt da näher als mit einer tollen Truppe einfach mal in Richtung Küste zu fahren, um zwei Nächte in einer Jugendherberge zu verbringen, die nur 500 Meter vom Strand entfernt ist und vom Wasser nur durch einen Deich getrennt ist. Zugegeben: die Fahrt war schon länger geplant und dass wir so ein Wetter kriegen, konnte da noch keiner ahnen.

Nach einer etwas beschwerlichen Anreise über gefühlte 24 Umleitungen und 68 Kilometer Umweg wurden also erstmal die Zimmer bezogen.  Der erste Eindruck war etwas ernüchternd, da das Gebäude von außen nicht sehr vielversprechend aussah. Von innen war aber alles einwandfrei und genauso gut, wie man es von einer Jugendherberge erwartet.

Nach und nach trudelten die letzten der sieben Familien ein und es wurden die ersten Pläne geschmiedet: erstmal den Strand besichtigen. Nach der Autofahrt tat es sowieso ganz gut, sich etwas die Beine zu vertreten.  Und wie es an der Nordsee halt so ist:  wenn man sich nicht vorher anmeldet, ist das Meer garantiert nicht zu Hause. Und so war es auch diesmal, wir hatten Ebbe. Den Kindern war das allerdings egal, die sind gleich erst mal ins Watt gestiefelt.  Die Erwachsenen haben sich in der Zwischenzeit schon einmal ein paar Strandkörbe ausgeguckt und erkundet, wo es was zu trinken gibt.

Der erste Abend wurde also ganz locker am Strand und anschließend vor der Jugendherberge verbracht. Bei ein paar Bierchen und etwas Erdbeersekt konnte man schön die laue Sommernacht genießen. Die Kinder haben etwas länger als üblich gespielt und gegen halb elf lagen die meisten recht erschöpft im Bett.

Am Samstag wurde nach dem Frühstück ein kleiner Spähtrupp zum Strand geschickt, um für alle einen Strandkorb zu reservieren. Kurze Zeit später sind wir alle geschlossen zum Strand gegangen und haben mit den Strandkörben eine regelrechte Wagenburg errichtet.

So viele Möwen, wie ich es von der Nordsee gewohnt bin, gab es hier ja eigentlich nicht. Dafür waren aber die, die da waren, echte Brocken:

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Am späten Vormittag gesellte sich dann neben den Nachzüglern aus Familie Nummer Acht auch das Meer wieder zu uns und fast alle haben sich ins kühle Nass gestürzt. Unser Sohn hat gelernt, wie sich Salzwasser im Auge anfühlt, was ihm aber nichts ausgemacht hat. Ganz im Gegensatz zu der anschließenden (warmen!) Dusche.

 

Als es den Meißten gegen halb vier Uhr dann doch zu warm geworden ist, sind wir alle wieder zurück in die Herberge gegangen, um zu duschen und anständig Abendbrot zu essen. Es gab Hähnchenschenkel mit Bratkartoffeln und Gemüse. Bratkartoffeln aus so einem Warmhalte-Dingsbums sind ja grundsätzlich nie knusprig und diese hier schmeckten mir eher wie die Schmorkartoffeln meines Vaters. – Aber zur Info: das ist was Gutes!

Nach dem Abendessen haben wir uns alle noch mal in die Strandkörbe geflegelt, um den Tag mit einem Gläschen Sekt und einem Fläschchen Bier ausklingen zu lassen. Die Kinder haben sich unterdessen im Watt vergnügt (Frau Nordsee war schon wieder außer Haus) oder sich gegenseitig im Strandsand verbuddelt.

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Am Sonntag wurden wir nach einer weiteren, recht kurzen Nacht in einem zu kleinen Bett schon wieder um fünf Uhr vom Hupen eines vermutlich etwas größeren Schiffes geweckt.

Nach einem geselligen Frühstück ging es dann auch ans Packen. Allerdings stand schon um kurz nach 9:00 Uhr eine Putzkolonne vor unserer Tür, die das Zimmer reinigen wollte. Da wir die Residenz aber eigentlich erst bis 10:00 Uhr räumen mussten, habe ich kurz mit dem Gedanken gespielt, den Hausbesetzer zu mimen und so lange die Tür von innen zuzuhalten 😉

Nachdem die kollektive Tetris-Runde (400 Liter Gepäck in 350-Liter-Kofferräume quetschen) beendet war, sind alle 8 Familien zusammen durch den Kurpark zur Seehund-Aufzuchtstation marschiert.  (Zu diesem Zeitpunkt ist mir dann eines klar geworden:  wenn man schon vergisst, sich die Füße ordentlich mit Sonnencreme einzureiben, sollte man wenigstens dafür sorgen, dass man keinen Sand im Schuh hat!) Auf dem Weg dorthin wurde noch schnell ein kleines Floßrennen abgehalten: Jungs gegen Mädchen.  Dass die Mädchen das starke Geschlecht hier ungespitzt in den Boden gerammt haben, verschweige ich an dieser Stelle besser (leider ist dieses Foto nicht direkt vom Rennen sondern eher von der Rückfahrt):

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In der  Seehundaufzuchtstation gab es natürlich auch, wer hätte das gedacht, Seehunde zu sehen:

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Kurz vor Mittag haben wir uns dann allmählich auf den Rückweg zu den Autos gemacht und bis auf meine Familie und mich haben auch alle die Heimreise angetreten. Da unser Nachwuchs aber unbedingt noch das Walmuseum, das so genannte „Waloseum“ sehen wollte, haben wir uns auf den Weg dorthin gemacht. Hier gab es sehr interessante Infos zu Seevögeln und Walen im allgemeinen, speziell aber rund um den Pottwal, dessen Skelett dort ausgestellt wird, zu sehen.

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Hier er waren wir nach maximal 2 Stunden auch durch und ich war froh, dass ich endlich im Auto sitzen konnte. Für den Rückweg haben wir uns übrigens eine völlig andere Route ausgedacht: wir sind über die Küstenstraße in Richtung Jever gefahren und von dort aus über die A29 direkt Richtung Heimat. Die Strecke hat uns im Vergleich zur Hinfahrt eine halbe Stunde eingespart.

Als wir am Nachmittag wieder zu Hause waren, mussten wir mit Erschrecken feststellen, dass unsere Telefonleitung mitsamt Internet Anschluss komplett tot war. Da hatte wohl ein gelangweilter Blitz den Weg zu uns gefunden und gemeint, mal richtig Chaos stiften zu können.

Aber das ist eine andere Geschichte…

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